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Woher stammt die Bezeichnung Zinnkraut?

Wie bereits auf der Startseitebeschrieben, kennen wir im deutschen Sprachraum verschiedene Bezeichnungen für den Acker-Schachtelhalm (lateinisch: Equisetum Arvense). Unter anderem ist von

  • Acker-Zinnkraut,
  • Zinnkraut,
  • Scheuerkraut,
  • Polier-Kannenkraut,

in der Literatur die Rede.

Was hat es mit dem Zinnkraut auf sich?

Im Mittelalter bis in die Neuzeit wurde der Acker-Schachtelhalm als Hilfsmittel beim Reinigen von Metallgefäßen eingesetzt. In der Regel waren diese Gegenstände aus Zinn oder Silber. Da der Acker-Schachtelhalm über einen hohen Anteil an Kieselsäure verfügt - in der Literatur ist von einem Mengenanteil von 70% in der Asche die Rede - eignet er sich als Scheuermittel. Man kann direkt mit dem frischen Kraut das Metall polieren und so leicht eine Oxidschicht entfernen. Die Kieselsäure im sogenannten "Polier-Kannenkraut" ist in feinkristalliner Form enthalten und sorgt so für einen sanften Schmiergeleffekt.

Auch heute noch

Natürlich funktioniert diese Methode auch heute noch. Sicherlich sind heute weniger Gefäße aus Zinn im täglichen Gebrauch, aber dennoch kann man mit dem frisch abgeschnittenen Ackerschachtelhalm - oder sollte man diesen geerntet und getrocknet haben, in Wasser etwas eingeweichten - sofort Metalle, beispielsweise eine Edalstahl-Oberfläche, Emaillle oder Keramik sanft scheuern. Hierzu muss man keine Chemie einsetzen, sondern kann leicht dieses 100%-Bio-Produkt nutzen.

Haben Sie also etwa zuviel Schachtelhalm im Garten, ärgern Sie sich nicht. Statt den Ackkerschachtelhalm zu bekämpfen, können Sie ihn nutzbringend einsetzen und anschließend immer noch kompostieren.

Mönchengladbach, den